Monatliche Archive: August 2014


Na, Zukunft

Ich war unterwegs am Wochenende. In Bremen, eine alte Freundin besuchen. Der Teil mit dem Weintrinken und über alte Zeiten quatschen war schön, auch wenn bei mir die Zeiten gerade eher anstrengend sind. Von den verschiedenen Baustellen ist das anstehende mündliche Examen jedenfalls nur eine.

Ein bisschen Erholung für meinen vollen Kopf hatte ich am Sonntagabend in einem Bremer Kino bei „Wir sind die Neuen“, einem angenehm leichten Film über eine wiedergegründete Alt-68er-WG und ihre Bewohner, die die Nachbarn werden von einer WG aus drei jungen bürgerlichen Karriereristen in meinem Alter. Als Katharina im Film sagt „ist halt einfach ne total sensible Zeit grade“ (das Staatsexamen), hab ich mich ein bisschen angesprochen gefühlt, so halbernst angesprochen jedenfalls. Der Kinosaal war trotzdem weitgehend voll mit klassisch bis leger gekleideten AkademikerInnen zwischen 50 und 70, die sich von dem Setting des Films wohl noch mehr angesprochen fühlten. Abgesehen von drei weiteren jungen Frauen in der Reihe vor uns waren meine Schulfreundin und ich die einzigen anwesenden Vertreterinnen unserer Generation. Nach dem Film fragte mich der ältere Herr aus dem Sitz nebenan ganz verschmitzt: „Na, Zukunft.. alles in Ordnung?“ Und irgendwie hatten alle im Saal plötzlich ganz viel Sympathie füreinander, fremde Leute haben sich voneinander verabschiedet und ich habe auf die Frage hin herzlich angefangen zu lachen.

Der ältere Herr ist dann aufgestanden, hat sich freundlich an uns vorbeigedrückt und ich war sehr belustigt und beruhigt, zurückgeben zu können „das Alter hat es eilig?“, mich zurückzulehnen und noch einen Schluck aus der reingeschmuggelten Weißweinflasche zu nehmen. Studenten sind noch Studenten. Zumindest ein bisschen.

Ansonsten ist es schön, wieder zu Hause zu sein, auch wenn ich lernen muss. Aber es ist ja wahrscheinlich auch nicht mehr so lange.

 


Sonntag, Yogamatten im Gras

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Das war vorgestern, Sonntag. 108 Sonnengrüße und ein insgesamt inspirierender Tag im ZK/U in Moabit. Zu Beginn des vierten Sets á 27 Sonnengrüße dachte ich mal kurz, meine Arme tragen meinen restlichen Körper kein einziges weiteres Mal in den aufwärtsschauenden Hund. Haben sie dann doch. Und irgendwie war ich am Ende auch ein bisschen stolz, die 108 geschafft zu haben – und froh, Teil der ganzen Sache gewesen zu sein.

Mein Alltag spielt sich währenddessen wieder etwas mehr zwischen der Bibliothek unter den Linden und meinem Zuhause ab. Es ist nicht mehr ganz so intensiv wie vor den Klausuren im April, aber dennoch so, dass es meine Woche mehr ausfüllt als mir lieb ist. Noch so lange, bis ich meinen Termin für die mündliche Prüfung habe, irgendwann im September. Bis dahin höre ich unter anderem Alt-J, und hoffe, dass der Sommer danach noch nicht ganz vorbeigezogen ist.