Monatliche Archive: August 2013


In den Wald

Die Stadt kann auf ihre abgerockte Art und Weise zauberhaft sein im Sommer, aber an manchen Wochenenden reicht das nicht, um Abstand zu den vollen Wochen zu gewinnen. Zum Glück gibt es Brandenburg. Ich habe gestern mit drei anderen, die den Sommer auch größtenteils arbeitend hier verbringen, 25 verwunschene Kilometer von Henningsdorf bis nach Wensickendorf zurückgelegt. Der Weg ist eine Etappe des 66-Seen-Wanderwegs, der Berlin einmal ganz umrundet. Am Anfang, kurz hinter Henningsdorf zog sich der geteerte Weg noch ein wenig, bis wir auf Waldpfade entlang der Briese abbiegen konnten. Ab dort dann: Ein Steg entlang des moorigen Briesetals, eine Pause an einem Kneippbecken und eine am Briesesee, der erfrischend kühl war und mit den feinen grünen und rötlichen Blättern, die auf der Oberfläche schwammen, aussah wie mit Konfetti übersäht. Ein bisschen herbstlich schon, sodass es umso schöner war, trotzdem noch zu schwimmen und danach um Wind zu trocknen.

Berlin hatte seine Klauen noch bis kurz vor Henningsdorf nach uns ausgestreckt, Schienenersatzverkehr, sodass wir erst eine Stunde später als gedacht losgehen konnten. Und so dämmerte es am Abend bereits, als wir in Wensickendorf ankamen, entspannt, aber müde und hungrig. Am Dorfanger hatte jedenfalls das „Landhotel Classic“ noch offen, ein stilistisch zweifelhaftes Etablissement, welches sich auf Hochzeiten spezialisiert hat – wahlweise Italienisch, mittelalterlich oder vielleicht doch „classic“. Egal, denn es gab kaltes Bier vom Fass und hervorragende Bratkartoffeln.

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